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Keywords in der Domain / TLD – 4 Fakten für 2026

Keywords in der Domain / TLD – 4 Fakten für 2026

Ein alter SEO-Mythos auf dem Prüfstand

Seit den Anfängen der Suchmaschinenoptimierung gilt es als eiserne Regel: Ein Keyword im Domainnamen ist ein klarer Vorteil für das Ranking. Wer „bio-kaffee“ verkauft, sollte auch bio-kaffee-kaufen.de als Domain wählen. Doch ist dieser Ratschlag im Jahr 2026 – dem Zeitalter von KI-gestützter Suche und radikal veränderten Suchergebnisseiten – noch Gold wert oder nur noch rostiges Eisen? Dieser Beitrag deckt vier überraschende Erkenntnisse auf, die zeigen, wie sich die Spielregeln grundlegend geändert haben. Wir werfen einen Blick auf die Fakten und dekonstruieren einen der hartnäckigsten SEO-Mythen, um Sie für die Zukunft der Suche zu rüsten.

Fakt 1: Für Google ist das Keyword in der Domain irrelevant geworden

Die wichtigste  Fakt zuerst: Für Google bietet ein Keyword in Ihrer Domain keinen direkten Rankingvorteil mehr. Der Grund liegt in einem fundamentalen Wandel der Suchtechnologie. Google hat sich von der lexikalischen Suche (einfacher Wortabgleich) zur semantischen Suche (Verständnis von Konzepten) entwickelt. KI-Modelle wie BERT und Gemini bewerten die Relevanz einer Website anhand ihrer  Topical Authority  – also der nachgewiesenen Expertise über ein gesamtes Themengebiet. Die Wörter in der URL sind dabei irrelevant geworden. Der Fokus liegt heute klar auf Markenautorität. Ein prägnantes Beispiel verdeutlicht dies: Amazon heißt nicht buy-books-and-everything.com. Google bevorzugt Entitäten, die als Marke klar erkennbar sind. Eine Keyword-Domain wirkt hingegen generisch. Schlimmer noch: Für neue Domains können Keyword-lastige Namen von Googles fortschrittlichen Systemen sogar als Signal für  Überoptimierung  gewertet werden. Eine auf Keywords ausgerichtete Domainstrategie läuft bei Google daher nicht nur ins Leere, sondern kann dem Aufbau langfristiger Markenautorität sogar im Weg stehen.

Fakt 2: Der visuelle „Fettgedruckt-Beweis“ ist verschwunden

Ein klassisches Argument für Keyword-Domains war stets der visuelle Effekt: Suchte ein Nutzer nach einem Begriff, der in der Domain vorkam, wurde dieser in den Suchergebnissen fett gedruckt. Das signalisierte Relevanz und erhöhte die Klickrate. Im Jahr 2026 ist dieses Argument technisch überholt. Google hat, insbesondere auf Mobilgeräten, die sogenannten „Site Names“ eingeführt. Anstelle der vollen URL zeigt die Suchergebnisseite nun prominent das Favicon und den Namen der Website an. Diese Änderung hat eine neue Disziplin geschaffen: die Site Name Optimierung (SNO) , die über strukturierte Daten (WebSite-Schema) gesteuert wird. Die Konsequenz ist eindeutig: Die URL selbst ist oft gar nicht mehr direkt sichtbar. Wo nichts angezeigt wird, kann auch nichts fett gedruckt werden. Mehr noch, Google kann einer generischen Domain wie best-dentists-iowa.com verwehren, sich „Best Dentists“ zu nennen, und sie zwingen, ihre unattraktive URL anzuzeigen. Der psychologische Anreiz ist damit verschwunden.

Fakt 3: Bing spielt nach eigenen Regeln (und liebt Keywords noch immer)

Während Google die alten Regeln über Bord geworfen hat, erweist sich Bing als Bastion der Literalität. Im Gegensatz zu Google gelten die Algorithmen von Microsofts Suchmaschine als „literaler“ – sie legen weiterhin ein hohes Gewicht auf exakte Keyword-Übereinstimmungen (sogenannte Exact Match Domains, EMD). Bing schätzt zudem traditionelle Signale wie das Domain-Alter stärker ein als Google. Auch die visuelle Hervorhebung existiert bei Bing weiterhin. Die Suchmaschine zeigt die URL prominenter an und nutzt auf dem Desktop visuelle Hervorhebungen: Fährt man mit der Maus über ein Suchergebnis, werden Keywords in der URL oder im Titel fett hervorgehoben. Für Zielgruppen mit einem hohen Anteil an Desktop-Nutzern oder in bestimmten B2B-Branchen kann eine auf Bing ausgerichtete Strategie mit Keyword-Domains daher auch 2026 noch taktisch klug sein.

Fakt 4: Im KI-Zeitalter zählt die Marke, nicht das Keyword

Der Übergang von der klassischen SEO zur „Generative Engine Optimization“ (GEO) verändert die Spielregeln erneut. KI-Antworten, wie sie in Google AI Overviews oder im Bing Copilot zu finden sind, verlassen sich nicht auf simple Keyword-Strings. Diese Modelle sind auf Vertrauen und Autorität trainiert. Ihre Währung sind „Brand Mentions“ – die Häufigkeit, mit der Ihre Marke als verlässliche Quelle erwähnt wird. Der Grund ist technischer Natur: LLMs nutzen Tokenisierung , um Text zu verarbeiten. Eine Domain wie online-marketing-agentur.de ist für eine KI nur eine Kette beschreibender Tokens. Ein Markenname wie „Omacado“ ist hingegen ein einzigartiges Token, das die KI mit Expertise verknüpfen kann. Etablierte Marken dienen als „Faktenanker“ , die dem Modell helfen, Halluzinationen zu vermeiden und vertrauenswürdige Antworten zu generieren. Generische Keyword-Domains können diesen Status kaum erreichen. Die strategische Empfehlung für 2026 verschiebt sich daher radikal von der Keyword-Optimierung hin zum ‚Brand-Building‘.

Fazit: Bauen Sie eine Marke, keine Keyword-Hülle

Die SEO-Landschaft hat sich von einer “ Wörter-Suche “ (Suche nach Zeichenketten) zu einer “ Bedeutungs-Suche “ (Suche nach Dingen) gewandelt. Die strategische Leitlinie für 2026 lautet daher unmissverständlich: Baue eine Marke, keine Keyword-Hülle. Marken sind resilient gegen Algorithmus-Updates, werden von KIs als Autorität zitiert und bauen langfristiges Nutzervertrauen auf. Die alte Weisheit ist für Google obsolet, für Bing eine Nischen-Taktik und für die KI-Suche ein potenzielles Hindernis. Die entscheidende Frage für 2026 lautet also nicht mehr, ob Ihr Keyword in der Domain steht, sondern: Ist Ihre Domain für die Vergangenheit optimiert oder als Marke für die Zukunft gerüstet?

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